Antworten auf häufige Fragen

Hier finden Sie alle häufig gestellten Fragen mit unseren Antworten. Alternativ empfehlen wir Ihnen das weitere Durchstöbern unserer Seite.

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Allgemeine Fragen

Familie & Partner_innen

Schule, Studium, Ausbildung

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Medizinische Fragen

Allgemeine Fragen

Was heißt trans?

Verkürzt gesagt ist trans ein Sammelbegriff, der viele andere Begriffe umfasst (u.a. transgender, transident, transgeschlechtlich). Erfahren Sie mehr zu der Frage Was ist Trans?

Woher weiß ich, dass ich trans bin?

Vermutlich wurde Ihnen bei der Geburt anhand sichtbarer Geschlechtsmerkmale ein Geschlecht zugewiesen. Ihr inneres Wissen, welches Geschlecht Sie haben, sagt Ihnen aber, dass diese Zuordnung nicht stimmt. Viele trans Menschen finden das irgendwann im Leben für sich heraus.

Wo finde ich eine Ansprechperson, mit der ich über meine Gedanken und Probleme sprechen kann?

Mit Ihren Gedanken und Problemen können Sie sich jederzeit an uns wenden. Auch haben wir für Sie Trans-Projekte in Wohnortnähe zusammengestellt.

Wofür brauche ich eine Psychotherapie?

Die Psychotherapie soll Sie unterstützen. Es geht nicht darum, Sie umzustimmen oder Ihr geschlechtliches Empfinden in Frage zu stellen. Ein Coming-out und mögliche Schritte einer Transition können Thema sein, ähnlich wie Diskriminierungserfahrungen. Lesen Sie mehr über die Rolle der Psychotherapie in der Trans-Gesundheitsversorgung.

Was passiert in einer Psychotherapie?

Die psychotherapeutische Begleitbehandlung soll Ihnen eine Gelegenheit bieten, sich ausführlich mit allem was Sie in Bezug auf das Trans-Sein beschäftigt, auseinanderzusetzen. Psychotherapeut_innen geben Ihnen durch Gespräche und Übungen einen geschützten Raum um über Hoffnungen, Ängste, Zweifel und Fragen wie „Was bedeutet Trans für mich?“ und „Wie möchte ich mein Geschlecht leben?“ nachzudenken. Die Behandelnden sollten Ihnen dabei auf Augenhöhe begegnen, um gegenseitiges Vertrauen und Offenheit zu fördern. Lesen Sie mehr zur Rolle der Psychotherapie in der Trans-Gesundheitsversorung.

Wie lange dauert die Transition?

Es gibt nicht die Transition. Jede Lebensgeschichte ist anders. Eine Transition beginnt bei der Person selbst und bleibt meist eine lebenslange Aufgabe. Sie endet nicht mit einer bestimmten Behandlung. Erfahren Sie mehr zur Frage Was ist Trans?

Was bedeutet non-binary (enby)?

Non-binäre Menschen sind weder männlich noch weiblich. Non-binary oder enby ist ein Überbegriff für verschiedene Geschlechtsidentitäten. Manche verorten sich zwischen männlich und weiblich, andere außerhalb davon. Enby Personen sind meist trans, den Begriff verwenden aber auch intergeschlechtliche Menschen.

Was ist der Unterschied zwischen trans und intergeschlechtlich?

Intergeschlechtliche Menschen lassen sich nach der medizinischen Norm nicht „eindeutig“ männlichen oder weiblichen Körpern zuordnen. Es gibt eine große Vielfalt intergeschlechtlicher Körperlichkeit. Lesen Sie mehr zum Thema Intergeschlechtlichkeit.

Was bringt mir eine Trans-Selbsthilfegruppe?

Anschluss finden in Trans-Communities hilft vielen aus dem Gefühl von Alleinsein heraus. Dort sind viele Personen, die ähnliches erlebt haben. Sie können sich in einem geschützten Rahmen miteinander austauschen. Mit der Zeit stellen Sie fest, welche und ob eine Gruppe Ihnen entspricht. Wichtige Trans-Projekte in Wohnortnähe haben wir für Sie zusammengestellt.

Sind sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität dasselbe?

Nein. Sexuelle Orientierung beschreibt, auf welche Personen sich das eigene sexuelle Begehren richtet. Menschen können z. B. hetero, schwul, lesbisch, bi- oder pansexuell sein. Die Geschlechtsidentität einer Person bezieht sich auf das innere Wissen, welches Geschlecht sie hat. Lesen Sie auch: Was ist Trans?

Ist trans gleichbedeutend mit geschlechtsuntypischem Verhalten?

Nein. Wie alle Menschen leben auch trans Personen Geschlechterstereotype vielfältig aus. Manche entsprechen ihnen sehr, andere weniger. Nur hinterfragen einige sie sehr bewusst. Schließlich sind Mädchen auch eigenwillig und Jungen auch sensibel. Hier sollten Menschen einen großen Spielraum haben. Dazu können wir alle beitragen.

Sind Geschlechtsdysphorie und Geschlechtsinkongruenz dasselbe?

Nein, dabei handelt es sich um unterschiedliche Diagnosen. Geschlechtsinkongruenz nach ICD-11 meint vereinfacht, dass sich körperliche Geschlechtsmerkmale unpassend zur eigenen Geschlechtsidentität anfühlen. Wenn eine Person darunter leidet, spricht DSM-5 von Geschlechtsdysphorie. Lesen Sie mehr zur Frage Was ist Trans?.

Welche juristischen und medizinischen Möglichkeiten habe ich?

Jede Person hat das Recht, ihr Geschlecht selbstbestimmt leben zu dürfen. Das fängt mit dem Pronomen an. Es umfasst aber auch eine Namensänderung oder die Änderung des Geschlechtseintrags. Erfahren Sie mehr über die juristischen und medizinischen Möglichkeiten.

Familie & Partner_innen

Wie reagieren meine Angehörigen, wenn ich mich als trans oute?

Das lässt sich nur schwer abschätzen. Einige tasten sich vor, indem sie sich zum Thema Trans informieren. Häufig müssen sich Angehörige erst mal von ihrem bisherigen Bild der sich outenden Person lösen. Außerdem müssen sie neu darüber nachdenken, was sie sich unter „Geschlecht“ vorstellen. Familienmitglieder, die dies tun, können zu einer großen Unterstützung werden. Sie können sich vor diesem Schritt auch beraten lassen.

Was mache ich, wenn eine Trennung unvermeidbar ist?

Manchmal führt kein Weg an einem Abschied vorbei. Es hilft niemandem, wenn sich eine Person für andere verbiegt. Das kann schwer sein, aber ein Neuanfang birgt auch viele Chancen. Sie können sich übrigens bei Trennungen psychologisch begleiten lassen.

Ist meine Transition beunruhigend für mein Kind?

Eine Transition kann herausfordernd für Kinder sein. Entscheidend ist aber viel mehr, wie die Eltern zueinander stehen. Kinder nehmen diese Beziehung wahr. Bei zwei oder mehr Elternteilen geht es ums Miteinander. Eine liebevolle, wertschätzende Haltung füreinander ist wichtig.

Beeinflusse ich als trans Elternteil die Geschlechtsidentität oder sexuelle Orientierung meiner Kinder?

Nein, das vermag kein Elternteil – egal, ob trans oder cis. Geschlechtsidentität ist ein komplexer Bereich des menschlichen Seins, dessen Entwicklung nicht vollständig verstanden ist. Niemand sollte die Geschlechtsidentität einer Person in eine bestimmte Richtung lenken wollen. Weder strenge Erziehung noch besonders viele Freiräume bewirken das.

Haben die Eltern etwas falsch gemacht?

Die Erziehung spielt keine Rolle dabei, ob eine Person trans ist. Für ein gutes Miteinander als Familie ist nur wichtig, ob Eltern ihre Kinder annehmen oder nicht.

Worin können Familie und Partner_innen unterstützend sein?

Im besten Fall vermitteln sie Schutz, Geborgenheit und Verständnis. So verläuft die Transition unbeschwerter und der Blick ist frei für das Wesentliche. Wenn Angehörige den Rücken frei halten, ist das sehr entlastend. Informieren Sie sich daher,  wie sich Familien und Partner_innen sensibilisieren können.

Schule, Studium, Ausbildung

Kann ich während der Ausbildungs- oder Berufszeit mit der Transition beginnen?

Ja, der Beginn einer Transition ist zu jeder Zeit möglich. Es gibt dafür keinen perfekten Zeitpunkt. Die Transition beginnt ohnehin bei Ihnen selbst – schon bevor Sie sich einer Fachperson vorstellen. Hier finden Sie Tipps dazu, wie ein Coming-out am Arbeitsplatz aussehen könnte. Wir empfehlen ebenfalls diese Praxistipps vom Bundesverband Trans*.

Warum ist die Gleichstellung von trans Menschen wichtig?

Gleichstellung ist ein wichtiges Mittel gegen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Gleichstellung hat als Ziel, dass niemand benachteiligt wird. Wenn trans Menschen fester, sichtbarer Bestandteil unserer Gesellschaft sind, werden sie nicht wegen ihrer Geschlechtsidentität ausgegrenzt. Stattdessen ergeben sich Chancen für alle.

Kann mir gekündigt werden?

Kein_e Arbeitgeber_in darf einer Person aufgrund ihrer Geschlechtsidentität kündigen. Trotzdem scheiden einige trans Menschen auf eigenen Wunsch hin aus dem Beruf, weil sie Mobbing oder Ausgrenzung fürchten. Dabei lässt sich ein transfreundliches Arbeitsklima schaffen. Wenn einer Person dennoch gekündigt wird, genießt sie rechtlichen Schutz. Im Zweifel ist der Schritt vor das Arbeits- und Sozialgericht unvermeidbar.

Muss ich mich bei Bewerbungen als trans Mensch vorstellen?

Nein. Es steht jederzeit in Ihrem Ermessen, was Sie von sich mitteilen möchten. Vielleicht ist für Sie aber eine wichtige Information, was Vorgesetzte für ein transfreundliches Arbeitsklima leisten. Wenn das der Fall ist, könnten Sie sich umhören. Möglicherweise ist eine Arbeitsstelle auch offen dafür, mit externen Fachberater_innen Diversity im Betrieb mehr umzusetzen. Empfehlenswert sind auch diese Tipps zur Bewerbung.

Was mache ich bei Vorfällen von Mobbing?

Zu allererst: An Mobbing sind niemals Sie schuld. Arbeitgeber_innen sind dazu verpflichtet einzugreifen. Sie sollten Täter_innen zur Rede stellen. Vielleicht ist aber auch das ganze Klima vergiftet. Dann brauchen Sie Hilfe von außen.

Können Zeugnisse schon vor Vornamens- bzw. Personenstandsänderung auf den neuen Namen ausgestellt werden?

Zeugnisse sollten auf den gewählten Namen und das entsprechende Geschlecht ausgestellt werden. Das ist jederzeit möglich. Gegenüber Dritten sollten Papiere nicht zu einem Zwangsouting führen. Zeugnisse können wahrheitsgemäße Daten liefern, selbst wenn Vornamens- oder Personenstandsänderung (noch) nicht amtlich sind. Sie haben ein Anrecht darauf.

Medizinische Fragen

Welche Nebenwirkungen kann eine Hormontherapie haben?

Eine Hormonbehandlung kann zahlreiche Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Übelkeit verursachen. Hier erhalten Sie Wichtige Informationen zu möglichen Nebenwirkungen einer Hormontherapie.

Was sind Voraussetzungen für geschlechtsangleichende Behandlungen?

International nehmen die Standards of Care der WPATH dazu Stellung. Die deutsche S3-Leitlinie orientiert sich daran und weist auf die Partizipation der Behandlungssuchenden hin. Voraussetzungen betrachten Expert_innen individuell. Abhängig von der Behandlung bedarf es einer entsprechenden Indikation. Nicht zuletzt müssen die Behandelnden Fachwissen vorweisen (d.h. umfassende praktische Erfahrungen im jeweiligen Fachgebiet). Scheuen Sie sich bitte nicht nachzufragen. So gewinnen Sie einen Eindruck, ob Sie der Fachperson vertrauen können.

Welche Kosten entstehen für mich bei Operationen?

Bitte klären Sie Kostenübernahmen mit Ihrer Krankenkasse. Es ist praktisch für viele kaum möglich, dass sie die Kosten alleine tragen. Das müssen Sie auch nicht. Krankenversicherungen verlangen viele Nachweise zur medizinischen Notwendigkeit von Eingriffen. Danach entscheiden sie sich dennoch nicht zwangsläufig zugunsten von Betroffenen. So fühlen sich einige im Stich gelassen. Sie können sich an Trans-Beratungsstellen wenden, damit Sie Unterstützung und Rat zur Kostenklärung erhalten.

Bleibt die Orgasmusfähigkeit nach geschlechtsangleichenden Operationen erhalten?

Das ist eine knifflige Frage. Hierbei sind wir sehr auf persönliche Berichte angewiesen. Die Hautsensibilität bleibt nach vielen Eingriffen größtenteils bis vollständig erhalten. Möglicherweise ist sie stattdessen auch eingeschränkt. Es ist aber nicht nur einfach eine Frage der Sensibilität, wie es mit der Orgasmusfähigkeit aussieht. Maßgeblich ist auch, wie sich eine Person Körper und Geschlecht neu aneignet.

Entstehen zwangsläufig Narben?

Moderne OP-Techniken verhindern Narben bestmöglich. Das hängt stark vom Eingriff ab. Manche Personen tragen ihre Narben hinterher mit Stolz. Andere entscheiden sich für Tattoos, die Narben gut kaschieren können. Empfehlenswert ist für viele, wenn sie sich vor Operationen mögliche Ergebnisse auf Fotos zeigen lassen.

Braucht es Erholungsphasen zwischen einzelnen Operationen?

Nach vielen OPs brauchen Sie Zeit für den Heilungsprozess. Die sollten Sie sich auch nehmen. Meist erhalten Sie dann ohnehin eine Krankschreibung über mehrere Wochen hinweg. Einige Eingriffe verlangen auch nur einen Termin. Trotzdem benötigen Sie eine Erholungsphase und können nicht gleich in den Alltag zurück.

Wie viele geschlechtsangleichende Behandlungen sind insgesamt erforderlich?

Es gibt dazu keinen Musterweg. Sie müssen auch kein Mindestmaß an Behandlungen erfüllen, um vollständig akzeptiert zu werden. Sie entscheiden. Nur sind manche Behandlungsschritte aufwendiger als andere. Deshalb bedarf es je nach Anliegen von vornherein mehr oder weniger Sitzungen. Es können auch im Verlauf weitere hinzukommen.

Wo finde ich qualifizierte Fachärzt_innen für meine Anliegen?

In Großstädten mag es Zentren geben, in denen Sie praktisch interdisziplinäre Teams unter einem Dach haben. Das ist jedoch für viele keine Option, weil sie nicht in einer Metropole leben. Daher lohnt es sich, wenn Sie mit einer lokalen Trans-Beratungsstelle Kontakt aufnehmen. Im Rahmen unserer Studie haben wir ein lokales Ärzt_innen-Netzwerk aufgebaut. Somit finden Sie sowohl Ansprechpersonen bei uns, als auch bei Ihnen vor Ort, falls Sie im Einzugsgebiet von i²TransHealth leben.

Lassen sich einzelne Behandlungsschritte miteinander verbinden?

Ja, das ist möglich. Trotzdem lässt sich das pauschal nicht beantworten. Das ist abhängig von der Maßnahme und der aktuellen Situation. Für einzelne Operationen bieten Kliniken sogenannte Kombi-Eingriffe an. Wiederum braucht es für andere Behandlungen zeitliche Abstände dazwischen. Das gilt für somatische und nicht-somatische Therapieoptionen gleichermaßen. Sprechen Sie daher bitte mit der jeweiligen Fachperson Ihre Fragen und Wünsche offen an.

Sie suchen eine_n Ärzt_in?

Wir vom interdisziplinären Transgender Versorgungscentrum Hamburg betreuen Sie über die E-Health-Plattform i²TransHealth. Vielleicht wünschen Sie sich aber auch wohnortnah Unterstützung. Dazu können Sie sich an niedergelassene Haus- und Fachärzt_innen wenden, die mit uns während der gesamten Studiendauer eng zusammenarbeiten. Über den Button gelangen Sie zu einer interaktiven Karte, auf der Sie Fachpersonen in Ihrer Nähe finden.